Jahreszeit


   Die Eiche ist ein alter Baum; wie der von heute heißt, das ist mir nicht bekannt. Sogar der Nebel steigt nur auf und lässt die Sonne durch um anders neu zurückzukehren. Kaum Schemen, Schatten noch Schamanendamen, hier hat kein Ruf sein Echo. Der gestutzte Schwan denkt an das Treckerrad, das ihm die Schwänin nahm in der verkehrsberuhigten Zone.


   Die Schonung ist umzäunt, unterm Fichtkind liegt Linoleum. Das klare Hell der Leere gibt die Fülle meiner Sehnsucht preis. Der Löwenzahn wächst gegen Autoreifen an und die verborgene Fabrik neckt mit Erinnerungen. Bricht in den gewohnten Lärm der Vögel und der Flüge nur ein Wort, sei es auch meins, zerreißt das Butterbrotpapier und zeigt das Ding der Nähe. Im Unterholz, von hier knapp hundert Meter, fleht das Schwein und schreit. Rote Kronen locken hinter objektivem Dunst durch das Spalier der Borken. Es knarrt im Leben manche Tür, im Wald der sturmgeschwächte Baum, zum Abend wächst das Weltvertraun und schnelle Räder sind schon mal der Grund für eine nächtliche Gebühr. Unterschätz niemals das Licht im Auge.


   Sitze ich am Feldrain, quälen mich die Fliegen, im Oktober wird es kalt. Die Sonne hat kaum Macht, ich höre Kiefern rauschen; oder ist's ein Güterzug, der in der Nähe fährt, Mahnung vor dem Winter? Mir ist kalt und mir wird kälter sein. Allein seh ich mein Fleisch schlecht bluten und die Schründe nicht am Kinn. Schön ist es nirgends, das ist schön, Du SMS-Entrückte. Denn der Mensch ist Offenheit auf einen Abgrund hin.

1998 - 2014 © Ingo Schramm