Non satis est


   Ohne Grund und Verzweiflung hab ich mein Haus abgebrannt. Kein Blick den Flammen über falschen Terrassen, die wenig Grund gaben unter die Füße; genug vom Genug!


   Noch die Straße ist falsch, weil sie fest steht. Warum nicht durchs Unterholz und quer über Schienen steigen? Die Züge halten doch am Signal! Der erste Schritt fällt nicht auf, der nächste ist schon zu wenig.


   Auch blaue Bücher sind ohne Wert, Farbe Blau, Bläue fälscht, die Wahrheit des Meers bringt erst der Sturm heraus. Auf den Bergen wächst die Stadt, unterirdisch ist das Gebinde, Brautstrauß des neuen Menschen, der seiner Alten sich versprach. So viele Balkone, auf denen die Partymadame parliert.


   Aus den Spiegelkabinetten der Fußgängerzone schlag ich Dich los. Kein Gesicht hast Du abbekommen, bist ohne Namen. Komm, wir finden, was leer und ungedeutet verworfen ist, seit das Wegwerfen in Mode kam.


   Küssen heißt, hier hat das Wort kein Recht, nur das Machen. Gott küsst sich selbst und Erde entspringt unten verfestigt, eine, die niemandem reicht. Du und ich, wir küssen einander, zeugen bezeugend was solcher Erde nicht gleicht.

1998 - 2014 © Ingo Schramm