Spielverderber


   "Großer Marionettenverkauf vor der Leihbücherei!" Zugeschnitten, auf Tod gebildet hängen sie, ihr feines Holz klappert Rhyhmus vor dem Wind. Die schwarze Bühne ist bereitet. Ein jeder fein für sich allein hüpft übers Brett und schnattert nett.


   Weh mir, wenn ich nicht alles berührt hab! Vor dem Abtritt kommt das große Fressen. Niemand stirbt, der nicht durchs ganze Leben ging. Wer sich zurückhält wird als Zombi kaltgestellt.


   Aus Schmerz hab ich gelernt, Schmerz zu verachten. Piraten kappten mir ein Ohr vor Sumatra. Aus Himmeln fiel ich, als das Flugzeug überm Dunst die Bahn zog, die ich ihm gewährte. Mein Auge hinkt, mit blinden Schritten wage ichs und fahre hundertsechzig auf der Autobahn. Zurückgelassen ist das Wort und es liegt dort wo es zu finden bleibt. Gib acht! Erwacht kommt es auf dieses Leben.


   Die Blumen kann ich zählen, über dunklen Höfen stolz in Köln. Was mir noch zustößt, lass ich zu. Es fehlt die Schrift, die das zu sagen wagt.


   Auch Deinen Fuß ziert manche Blase, mit Dir wird jeder Schritt zum Doppelmaß. Küssen - müssen wir, kein Heizungsfeuer setzt uns frei. Die Folianten flammen auf, Historie, Gott, Herrschaftsgeblök und Philosophensongs, sogar die Dichter springen zwischen abgestellte Autos, wortlos autonome Fackeln fürs TV.

1998 - 2014 © Ingo Schramm